SYSTEMÄNDERUNG UND TRANSFORMATION
“Begründet im gemeinsamen Willen zu einer schaffenswerten Zukunft, benötigt eine bewusstseinsbasierte Systemänderung die Verschiebung unseres Denkens weg von einer isolierten und hin zu einer systemischen Sichtweise.“
- Otto Scharmer
Warum eine Systemänderung nötig ist
Ich habe an mehreren Systemtransformationsprojekten mitgearbeitet, die zu dramatischen Veränderungen bei sozialen Problemen geführt haben (wie zum Beispiel bei der Flüchtlingskrise im Mittleren Osten) oder ein Regierungssystem umgewandelt haben (beispielsweise eine umfangreiche Reform des Bildungssystem eines Staates). Diese Erfahrung wende ich nun auf meine Arbeit am Klimawandel an.
Ich habe gelernt, dass man bei komplexen gesellschaftlichen und ökologischen Problemen das ganze System betrachten muss, wenn man eine langfristige Wirkung erzielen möchte. Der Klimawandel ist ein besonders schwieriges Problem, dass die Weltgemeinschaft bisher überfordert. Unser Wirtschaftssystem fördert eher kurzfristiges Denken und finanziellen Profit als ein ganzheitliches Denken. Ein solches System führt letztlich zur Zerstörung der Natur.
Die Anstrengungen seit dem Earth Summit 1992, an dem ich teilgenommen habe, waren kleinschrittig. Ich habe selbst aus nächster Nähe die Ineffektivität von kleinschrittigen Veränderungen gesehen, da ich in den letzten beiden Jahren mit mehreren französischen Firmen im Bereich der Nachhaltigkeit gearbeitet habe. Aufgrund von Konkurrenzdruck und finanzieller Probleme haben diese Unternehmen nur das absolute Minimum getan und oft auch nicht, was eigentlich nötig war.
Europäische Regierungen und die EU übernehmen hierbei die Führung mit Regulationen und dem sogenannten Green Deal. Zudem hatte verstärkter Druck auf die Lieferkette positive Effekte auf die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen und anderen Faktoren des Klimawandels. Ich denke, es besteht Hoffnung auf eine wirkliche Veränderung in Europa.
Deshalb möchte ich auf der Ebene des Systemwandels arbeiten – Branche für Branche – hin zu innovativen, regernativen Geschäftsmodellen, die den Klimawandel umkehren.
Wie ich mich für den Systemwandel einsetze
Um ein System grundlegend zu verändern, ist es entscheidend, seine Akteure und Dynamiken zu verstehen. Obwohl jede Situation anders ist, sind folgende Elemente oft gegeben:
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Das Terrain verstehen: Akteure, Werte, Motivationen, Positionen
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Schaffung eines neuen Systems durch neue Herangehensweisen an Entstehung, Engagement und Innovation
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Den neuen Aspekten erlauben, parallel zum alten System zu arbeiten, während die Dynamik wächst
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Weiterhin lernen, innovieren und wiederholen
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Leadership mit neuen Fähigkeiten, Kompetenzen und einer gemeinsamen Visionen stärken
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Genau darauf achten, was als nächstes gebraucht wird und so von Jahr zu Jahr einen präzisierteren Fokus erreichen
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Geduldig sein, sich dem Widerstand stellen, auf den Systemwandel warten
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Dem neuen System gestatten zu gedeihen, während es sich selbst etabliert
Meine Erfahrung in der Systemtransformation
Resilienz von Flüchtlingen stärken
Ich habe im Mittleren Osten über einen viermonatigen Zeitraum mit einem zehnköpfigen Team von verschiedenen UN-Einrichtungen an der instabilen, unberechenbaren und heiklen regionalen Flüchtlingskrise gearbeitet.
Im ersten Jahr haben wir in kleinen Schritten unseren Weg gefunden, indem wir Interessenvertreter verschiedener Bereiche aus fünf Ländern an dem Problem arbeiten ließen, um: die Situation zu analysieren, die Fähigkeit zu einer schnellen und koordinierten Antwort zu stärken und die tiefergehenden Bedürfnisse und Probleme zu verstehen.
Wir entwickelten eine Reihe von Prinzipien zur Bildung inklusiver Partnerschaften, um die Resilienz zu stärken, Innovation zu fördern und die Synergien zwischen den Akteuren zu verbessern. Wir stellten sicher, dass die Menschenwürde und Selbstständigkeit im Zentrum unserer Arbeit stand. Zudem haben wir einen Aktionsplan erstellt, um die Krise in etwas Positives umzukehren.
In den folgenden drei Jahren haben wir uns darauf konzentriert, UN-Einrichtungen und NGOs dabei zu helfen, Flüchtlingen bei der Verbesserung ihres Lebens beizustehen. Was als Zusammenarbeit zwischen UN-Einrichtungen begann, entwickelte sich in der Folge zu einer Arbeit mit vielen Unternehmen und Regierungseinrichtungen, um neue Lösungen für die Verbesserung des Lebens von Flüchtlingen zu finden und ihnen völlig neue Wege zu eröffnen.
Wir demonstrierten über einen Fünfjahreszeitraum einen erfolgreichen Systemwandel. Wir halfen dabei, die Resilienz von Flüchtlingen im Mittleren Osten zu stärken, um ihr Leben zu verbessern und die Flüchtlingskrise umzukehren. Ich habe am Design und der Innovation dieser Bemühungen mitgewirkt, um Menschen verschiedener Länder zusammenzubringen, um Erfahrungen und Herausforderungen zu teilen, voneinander zu lernen sowie innovative Lösungen zu entwickeln. Sie haben die Ärmel hochgekrempelt, aktiv nützliche Ideen geschaffen und neue Lösungswege gefunden.
Überblick anderer Projekte
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Ich half einem Ministerium, 1500 Mitarbeiter und Interessensvertreter für die Reform eines staatlichen Bildungssystems zu engagieren – Vereinigte Staaten
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Ich unterstützte eine Vierjahresprojekt für die Flüchtlingshilfe in fünf verschiedenen Ländern unter Einbeziehung von Interessensvertretern mehrerer Bereiche und mit Stärkung der Innovationskapazität von 75 UN-Einrichtungen und NGOs – Mittlerer Osten
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Ich entwickelte ein System zur Wirkungsmessung, um Anreize für eine neue Servicekultur in einer Bank zu setzen - England
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Ich leitete ein Netzwerk von Change Agents mit, um die Innovationskapazität des UN-Systems auszubauen – weltweit
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Ich führte eine Lehrveranstaltung in Systemwandel und kollaborativer sozialer Arbeit, Presencing Institute (MIT), Vereinigte Staaten